Mittwoch, etwa 07:45: Nur kein Stress. Selbst wenn der Elektriker die Nacht durchgearbeitet hätte könnte ich die Arbeiten locker bis 15:00 Uhr fertigstellen, selbst wenn ich erst um 10:00 Uhr anfangen würde. Außderem verträgt sich ein so üppiges Hotelfrühstücksbuffet nicht mit Morgenstress, nur weil man mal verpennt hat.
Tür: *klopfklopfklopf*
Ich: "Äh, ja?"
Tür: "Guten Morgen, der Haustechniker, ich komme wegen Ihrem Internetanschluss."
Moment. Ich hab das eigentlich nur beiläufig an der Rezeption erwähnt auf die Frage ob eh alles in gewünschter Qualität funktioniert. Ich öffnete also die Tür und mir kam ein Techniker und ein zweiter Mann entgegen...
2. Mann: "Guten Morgen, [$Name]. Ich schau mir mal kurz Ihren Internetanschluss an. Oh, wie ich sehe haben Sie das gleiche Notebook wie ich, das könnte die Fehlersuche dann verkürzen... Ui, sogar das gleiche Handy, muss ich aufpassen dass ich nicht das falsche mitnehme..."
Ich: "Guten Morgen, [$Name]. Ich glaube neben Handy und Notebook haben wir sogar den gleichen Job bei [$Firma]?"
[$Firma-Techniker]: *lach* "Na das ist ja ein Zufall. Und wofür bin ich jetzt hierhergekommen?"
Ich: "Naja, ich andere Baustelle. Und Kunde vom Kunden. Außderem habe ich garkein Problem in dem Sinn mit dem Internetanschluss, da ich immer in der Lobby über WLAN surfe..."
Haustechniker: "Soll ich Rosen, Champagner und Kerzen holen?"
Zwei böse Blicke und ein paar Lacher später hab ich den Kollegen dann erklärt dass die Leitung vom Keller bis in mein Dachgeschoßzimmer eventuell zu lange ist um ein gescheites Signal zu bekommen, vielleicht hat aber auch nur der Port vom Switch bzw. vom Patchfeld einen Fehler, die Dose im Zimmer habe ich bereits überprüft und für gut genug befunden. Ein Fall für den Elektriker.
Dass der Hoteltechniker nicht mich um Rat gebeten hat rechne ich dem Hotel ehrlich sehr hoch an, auch wenns mir persönlich nichts ausgemacht hätte.
Auf der Baustelle angekommen war dann wie geplant nichts zu tun, also gleich umgedreht und zum nächsten Cafe mit WLAN navigiert. Am Nachmittag bekam ich dann zwei Kabel zum Aufschalten und Messen. Eine halbe Stunde später war ich wieder arbeitslos und machte mich auf den Weg zum Hotel, wo ich dann den Abend wieder in der WLAN-Lobby verbrachte. Erwähnenswert war dann noch der nervöse Herr im Nadelstreifsakko, der plötzlich im Eingang stand, hilfesuchend um sich blickte und Richtung Toiletten verschwand. Erst nach einem Blickaustausch mit den anderen anwesenden Gästen und ein paar hektisch zur Toilette laufenden Hotelangestellten war ich mir sicher, dass der Herr im Nadelstreif wirklich keine Hose anhatte. Auch keine Unterhose.
Andere (Bundes)länder, andere Sitten...
Donnerstag:
Laut Aussage des Elektrikers sollte heute eigentlich alles fertig sein.
Nach vielen Stunden im Internetcafe und sporadischen Abstechern zur Baustelle auf der nutzlosen Suche nach Arbeit fuhr ich wieder ohne eine Minute produktiv gearbeitet zu haben zurück zum Hotel.
Auch heute gab es noch kein Internet am Zimmer.
Freitag:
Nach dem Check-Out im Hotel kam mir an der Drehtür jemand entgegen, den ich wirklich nicht hier erwartet hätte:
Der Elektriker von der Baustelle. Soll sich eine Lanverbindung angucken, ein Gast kann nicht ins Internet.
Diesmal fuhr ich direkt ins Internetcafe, nachdem der einzige der heute für Arbeit sorgen hätte können gerade damit beschäftigt war den Internetanschluss auf eben jenem Zimmer zu reparieren, welches ich die letzten vier Tage bewohnt hatte. Zufall? Schicksal? Scheißegal. Da der Elektriker genau weiß dass ich Stehzeit verrechne wenn er mir keine Arbeit gibt, kann ich auch guten Gewissens original Nichts tun, ganz offiziell.
Bis zum Mittag bekam ich dann ein weiteres Kabel zum Auflegen und messen, gegen 13:00 Uhr machte ich mich auf den langen Heimweg.
Sehr merkwürdig, diese Leute am ADW, gleich danach links...
Wünsche allen Lesern noch ein schönes Wochenende, ich bin im Burnout.
Hehe.