Samstag, 20. Juni 2009

Trinkgeld Naturell mal wieder...

Trinkgelder sind schon so alltäglich geworden, dass ich gar nicht mehr daran denke die bloggen zu können. Hier die Highlights der letzten paar Wochen:
  1. 500g diverseste Hartwurstwaren von einem Qualitätswurstwarenhersteller
  2. 3 Packungen ausländische Zigaretten - von einem Allgemeinmediziner!
  3. 1 Flasche Edel-Rotwein von einem Gourmet-Restaurant weil ich mit dem Kunden noch einen Plausch über die pöhsen, garstigen Großkonzerne gehalten habe. (Mal schaun was der auf Ebay wert ist, bin ja kein Weintrinker... hehe.)
  4. einen Schraubenzieher, weil ich mein Torx-Set gerade im Auto liegen hatte
  5. Ein 3-gängiges Menü, weil ich in meiner Freizeit mal eben eine Störung in einem Hotel erledigt habe, für mich und für meine Freundin.
Solche netten Gesten sind die beste Motivation, gleich neben dem Gehalt natürlich. ;)

Freitag, 19. Juni 2009

Urlaubsbaustelle, Episode 2

Mittwoch, etwa 07:45:
Nur kein Stress. Selbst wenn der Elektriker die Nacht durchgearbeitet hätte könnte ich die Arbeiten locker bis 15:00 Uhr fertigstellen, selbst wenn ich erst um 10:00 Uhr anfangen würde. Außderem verträgt sich ein so üppiges Hotelfrühstücksbuffet nicht mit Morgenstress, nur weil man mal verpennt hat.
Tür: *klopfklopfklopf*
Ich: "Äh, ja?"
Tür: "Guten Morgen, der Haustechniker, ich komme wegen Ihrem Internetanschluss."
Moment. Ich hab das eigentlich nur beiläufig an der Rezeption erwähnt auf die Frage ob eh alles in gewünschter Qualität funktioniert. Ich öffnete also die Tür und mir kam ein Techniker und ein zweiter Mann entgegen...
2. Mann: "Guten Morgen, [$Name]. Ich schau mir mal kurz Ihren Internetanschluss an. Oh, wie ich sehe haben Sie das gleiche Notebook wie ich, das könnte die Fehlersuche dann verkürzen... Ui, sogar das gleiche Handy, muss ich aufpassen dass ich nicht das falsche mitnehme..."
Ich: "Guten Morgen, [$Name]. Ich glaube neben Handy und Notebook haben wir sogar den gleichen Job bei [$Firma]?"
[$Firma-Techniker]: *lach* "Na das ist ja ein Zufall. Und wofür bin ich jetzt hierhergekommen?"
Ich: "Naja, ich andere Baustelle. Und Kunde vom Kunden. Außderem habe ich garkein Problem in dem Sinn mit dem Internetanschluss, da ich immer in der Lobby über WLAN surfe..."
Haustechniker: "Soll ich Rosen, Champagner und Kerzen holen?"
Zwei böse Blicke und ein paar Lacher später hab ich den Kollegen dann erklärt dass die Leitung vom Keller bis in mein Dachgeschoßzimmer eventuell zu lange ist um ein gescheites Signal zu bekommen, vielleicht hat aber auch nur der Port vom Switch bzw. vom Patchfeld einen Fehler, die Dose im Zimmer habe ich bereits überprüft und für gut genug befunden. Ein Fall für den Elektriker.
Dass der Hoteltechniker nicht mich um Rat gebeten hat rechne ich dem Hotel ehrlich sehr hoch an, auch wenns mir persönlich nichts ausgemacht hätte.


Auf der Baustelle angekommen war dann wie geplant nichts zu tun, also gleich umgedreht und zum nächsten Cafe mit WLAN navigiert. Am Nachmittag bekam ich dann zwei Kabel zum Aufschalten und Messen. Eine halbe Stunde später war ich wieder arbeitslos und machte mich auf den Weg zum Hotel, wo ich dann den Abend wieder in der WLAN-Lobby verbrachte. Erwähnenswert war dann noch der nervöse Herr im Nadelstreifsakko, der plötzlich im Eingang stand, hilfesuchend um sich blickte und Richtung Toiletten verschwand. Erst nach einem Blickaustausch mit den anderen anwesenden Gästen und ein paar hektisch zur Toilette laufenden Hotelangestellten war ich mir sicher, dass der Herr im Nadelstreif wirklich keine Hose anhatte. Auch keine Unterhose.

Andere (Bundes)länder, andere Sitten...

Donnerstag:
Laut Aussage des Elektrikers sollte heute eigentlich alles fertig sein.
Nach vielen Stunden im Internetcafe und sporadischen Abstechern zur Baustelle auf der nutzlosen Suche nach Arbeit fuhr ich wieder ohne eine Minute produktiv gearbeitet zu haben zurück zum Hotel.
Auch heute gab es noch kein Internet am Zimmer.

Freitag:
Nach dem Check-Out im Hotel kam mir an der Drehtür jemand entgegen, den ich wirklich nicht hier erwartet hätte:

Der Elektriker von der Baustelle. Soll sich eine Lanverbindung angucken, ein Gast kann nicht ins Internet.

Diesmal fuhr ich direkt ins Internetcafe, nachdem der einzige der heute für Arbeit sorgen hätte können gerade damit beschäftigt war den Internetanschluss auf eben jenem Zimmer zu reparieren, welches ich die letzten vier Tage bewohnt hatte. Zufall? Schicksal? Scheißegal. Da der Elektriker genau weiß dass ich Stehzeit verrechne wenn er mir keine Arbeit gibt, kann ich auch guten Gewissens original Nichts tun, ganz offiziell.

Bis zum Mittag bekam ich dann ein weiteres Kabel zum Auflegen und messen, gegen 13:00 Uhr machte ich mich auf den langen Heimweg.

Sehr merkwürdig, diese Leute am ADW, gleich danach links...


Wünsche allen Lesern noch ein schönes Wochenende, ich bin im Burnout.

Hehe.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Urlaubsbaustelle, Episode 1

Da schickt man mich extra nach [$NachdemADWgleichlinks] und dann geht überhaupt nichts weiter.

Montag, Ankunft:
NICHTS fertig. Kein EDV-Schrank, kein Strom, keine Lankabel. Dort, wo ich Wandhalterungen für Telefone montieren sollte, fehlt es nicht nur an den Verbindungskabeln, sondern auch noch an der Wand.
Dort, wo irgendwann mal der Klimaraum entstehen sollte, steht noch ein Bagger.

Der Bauleiter ist im Urlaub und die Vertretung hebt nicht ab.
Nächster Schritt: Den zweitwichtigsten Mann am Bau suchen - den Elektriker.

Ich: "Ich brauche den Netzwerkschrank, Strom, Netzwerkkabel von da, dort, da, dort, da und dort zum Schrank, jeweils zwei. Für den Anfang. Danach brauch ich dann noch Kabel für dieses, jenes, das auch und für jenes sowieso, vorher kann ich genau nichts hier tun. Bis wann kannst du das schaffen?
Elektriker: "Naja, hmm... ich schätz mal Donnerstag sind die ersten Kabel fertig."
Ich: "Donnerstag. Hm. Ist dir bewusst, dass ich [$Lawine] Euro pro Stunde koste und dir das wahrscheinlich von [$Kunde] weiterverrechnet wird?"
Elektriker: "[$LAWINE] EURO? Ich werd sehen was ich tun kann."

Dienstag Morgen:
Lanschrank und sämtliche Kabel sind vorhanden. Alles nur eine Frage der Motivation.

Dienstag Nachmittag:
Anlage eingebaut und programmiert, sämtliche Kabel aufgeschaltet, Messprotokolle, Dosenbeschriftung und Dokumentation erstellt.

Seit dem warte ich auf den Strom im Lanschrank sowie auf die letzten Kabel. Der Bagger ist inzwischen zwar weg und das Loch ist auch zu, allerdings steht noch immer keine Wand wo ich die Dübel für die Wandhalterung reindrücken kann.

Egal, das Wetter ist schön und so finde ich wenigstens Zeit um zu bloggen.

Dienstag, 16. Juni 2009

Der Kunde ist...

König Techniker.

Ich wurde für einige Tage auf nach [$NachdemArschderWeltgleichLinks] auf Montage geschickt.
Positiv: Wellness-Viersternhotel mit Spa, kostenlosem Internet, Premiere und sonstigem Luxus.
Negativ: Die Infrastruktur (Telefonie, Internet und Co.) stammt von meiner Firma.

Warum negativ?
Weil 1. das WLAN nicht bis zu meinem Zimmer reicht und 2. der LAN-Anschluss auf dem Zimmer ins digitale Nirwana führt.

Gut, ich könnte natürlich beim Hotelier das Problem bekannt geben, aber da ich weit gereist bin weil eben kein anderer Techniker hier am ADW (bzw. direkt danach gleich links) verfügbar ist, wird der Kunde ein Troubleticket aufmachen und ein paar Minuten später bekomme ich einen Anruf von der Dispo, dass gleich nach dem ADW links in einem Hotel...

Naja. Ich sitze jetzt in der Lobby, da funktioniert das WLAN. Vielleicht melde ich das Problem am Abreisetag vorm Wochenende, um die Woche darauf gleich nochmal vorbeizuschauen.
Die 4 Sterne hat sich das Hotel verdient, bis auf den Internetzugang...

ach ne, der ist auch toll.

Montag, 8. Juni 2009

Hotel Steinzeit


0815-Wartung, ich rufe den Laptop gerade aus der Totenstarre zurück, als der Kunde, Hotelier, geschätzte 120 Jahre alt, erstaunt über meine Schulter meint:

Kunde: "Wow, Sie haben also auch schon dieses moderne Betriebssystem?"
Ich: "Wie? Ach nein, das ist nur WinXP Professional. Vista lassen wir aus und Windows 7 ist noch nicht so ganz reif."
Kunde: "Ahaa... Iks Pe heißt das also. Meins heißt Fünfundneunzig."

Analog-DSL = ADSL?

Auftragstext: Analogen Modemport für DSL-Flatrate einrichten.

Okay. Na klar. Das D in DSL steht zwar für Digital und ich hab trotz multipler mentaler Angehensweisen absolut nicht eine Idee von einem Plan was sich der Kunde eigentlich wünscht.

Also mal nachfragen:

Kunde: "[$Firma] guten Tag?"
Ich: "[$Name], [$Firma] guten Tag. Ich ruf an, weil Sie einen Techniker vor Ort gewünscht haben und wollte nochmal klarstellen was eigentlich zu machen ist."
Kunde: "Naja, wir haben unseren Internetanbieter umgestellt und brauchen jetzt eine zweite Leitung."
Ich: "WTF? Ähm, um was für einen Anschluss handelt es sich denn? DSL? Kabel?"
Kunde: "DSL natürlich! Also ich benötige da eine analoge Leitung, die geht in Ihre Anlage und ich weiß nicht wo ich da was abklemmen soll um das Internet umzuleiten."
Ich: "W-T-F? Sie haben DSL durch die Anlage geschleift? Das wäre mir neu... sind Sie sich sicher dass die Leitung über die Anlage geht und nicht vorher von einem Splitter auf ein Modem geht?"
Kunde: "Natürlich bin ich mir sicher, ich weiß nur nicht welches Adernpaar ich umklemmen muss."
Ich: "Hmm.. Okay, ich kann gerne mal vorbeikommen, aber ich kann Ihnen nicht versprechen dass ich Ihnen helfen kann. Im schlimmsten Fall müsste ich den Einsatz verrechnen ohne etwas getan zu haben."
Kunde: "Das ist schon okay, wann können Sie denn kommen?"
Ich: "Naja, in einer halben Stunde könnte ich..."
Kunde: "Was, so früh schon?? Ich hab mit zwei Wochen gerechnet!"
Ich: "Neee, ich bin ja nicht von der Telekom. Allerdings muss ich in zwei Stunden bereits Überstunden verrechnen."
Kunde: "Ach, so lange dauert das garantiert nicht."

Wer ungefähr verfolgen konnte wo mein Verständnisproblem lag, kann sicher nachvollziehen wie gespannt ich war zu sehen was der Kunde wirklich wollte.

Im Endeffekt habe ich nicht mehr und nicht weniger getan als den vom Internetanbieter bereitgestellten Anschluss mit dem Modem zu verbinden - nur eben über zwei Kupferadern (die garantiert nie eine Telefonanlage von Innen gesehen haben) zum Patchfeld und von dort zum Modem.

Ich war ein bisschen enttäuscht.

Samstag, 6. Juni 2009

Detektivarbeit

Störung. Der Kunde meldet, dass seine Telefonanlage selbstständig jeden Tag zwischen 23:00 und 03:00 Uhr morgens irgendwelche Telefonnummern anruft. 
Erst durch Beschwerden wurde der Kunde darauf aufmerksam, zwei Techniker waren vor mir schon mal dort. 

Jetzt wurde erneut urgiert, da ein Anrufer bereits mit einer Klage droht, nachdem er bereits das zweite Mal um 02:00 Uhr aus dem Bett gerissen wurde. 

Vor Ort hält man mir erstmal einen Anrufnachweis von der Telekom unter der Nase. Die durchschnittliche Dauer der Telefonate betrug etwa 25 Sekunden. Softwareupdate, Neuprogrammierung und eine Rechtekastrierung in Verbindung mit der Nachtschaltung für die übrigen Teilnehmer hat die Anlage bereits hinter sich, dennoch: Eine Telefonanlage ruft nicht unaufgefordert irgendwelche Nummern an. 

Nach zwei Stunden musste auch ich ratlos abreisen, nur einen Trace konnte ich über Nacht veranlassen. 

Der Verdacht ging zuerst an Putzfrauen, welche mit den Staubwedeln die Schnellwahltasten... aber das hab ich mir selbst nicht geglaubt. Gelangweilte Nachtwächter? Neee...

Die Erleuchtung kam mir erst am nächsten Tag bei einem Kaffee... Nochmal schnell die relativ komplexe Anlagenprogrammierung durchgewühlt... Achja. 

Kunde: "[$Firma], [$Name] wie kann ich Ihnen helfen?"
Ich: "[$Firma], [$Name]. Wann macht denn ihr Faxserver die Backups?"
Kunde: "Wie... der Fax... Nein! Zwischen... ich trau es mich garnicht sagen... zwischen 23:00 und 03:00 Uhr Früh..."

Gotcha. Harhar.